Projekt Köprü

von Gudrun Münchmeyer-Elis

Pilotprojekt Altenhilfe für Migranten
Das Zentrum für Migranten und Interkulturelle Studien – ZIS e.V. startete im Januar mit langer Vorbereitung und mit Förderung der Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales, Referat Altenhilfe ein Pilotprojekt: „Köprü - Altenhilfe für Migranten durch niedrigschwellige Angebote unter Einbeziehung Ehrenamtlicher“.
Zurzeit gibt es 11 Kooperationspartner bzw. unterstützende Organisationen, darunter der Paritätische Landesverband Bremen, die Landesvereinigung für Gesundheit Bremen Nordniedersachsen, DIKS – Demenz, Informations- und Koordinierungsstelle, Sozialdienst im DIAKO, Gesundheitstreffpunkt West sowie Träger der Altenhilfe, die Bremer Heimstiftung/Stiftungsdorf Gröpelingen, die Arbeiterwohlfahrt/ AWOambulant und Ella-Ehlers-Haus sowie Fachdienst Migration, Haus Seewenje, Diakonissenmutterhaus, Nachbarschaftshaus Helene Kaisen sowie Ärzte.

Nach einer Evaluation der Bedürfnisse älterer Migranten 2005 (Befragung von 300 Personen) und anschließenden Schulungsangeboten für „Migranten-Seniorenbegleiter/innen“ wurde ein Konzept für dieses Projekt erarbeitet, das auf die Situation älterer Migranten ausgerichtet ist. Tatsache ist, dass diese Zielgruppe Angebote der Altenhilfe in Bremen kaum annimmt. Prognosen zeigen jedoch, dass nicht nur die Zahl der älteren deutschen Bevölkerung erheblich zunimmt. Migranten, die seit 30 oder 40 Jahren in Deutschland leben, deren Kinder und Enkelkinder in Deutschland groß geworden sind, haben hier ihren Lebensmittelpunkt gefunden und letztlich ähnliche Bedürfnisse wie Deutsche. Auch sind ihre Angehörige meistens in Arbeitsprozesse eingebunden und können in Fällen von Pflege- und Versorgungsbedarf diesen nicht abdecken.
Um die Teilhabe älterer Migranten am Altenhilfesystem zu sichern, ist ein großes Informationsdefizit bei den Älteren und ihren Angehörigen auszugleichen. Auch gibt es alleinstehende Migranten-Seniorinnen und –Senioren. Insbesondere für diese Zielgruppe werden Seniorenbegleiter/innen geschult, die eine Brückenfunktion zu den Trägern der Altenhilfe einnehmen sollen.

Geplant sind:
• Einzel und Gruppenberatung für ältere Migranten und deren Angehörige
• Aufsuchende Beratung durch Seniorenbegleiter/innen
• Weitere Schulungsmaßnahmen für Seniorenbegleiter/innen
• Vermittlung zwischen Trägern der Altenhilfe und Leistungsträgern
• Weitervermittlung zu besonderen Angeboten
• Muttersprachliche Beratung in den Einrichtunten bei Bedarf
• Informationsveranstaltungen
• Vernetzung mit Trägern der Altenhilfe sowie Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen
• Begleitende Auswertung zur Weiterentwicklung und Sicherung der Nachhaltigkeit
• Fachtagung im Herbst 2010

Nach 50 Jahren der Migration soll im Bereich Altenhilfe ein Beitrag zur Partizipation und Interkulturellen Öffnung der Altenhilfe geleistet werden.




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