Erfolgreiches Internationales Symposium über Migration - Bildung - Integration
"Migration- Bildung-Integration?"

von Gudrun Münchmeyer Elis

Wie kann Integration durch Bildung besser gelingen?
Diese Frage stellten sich am Freitag, dem 14.11.2008 die Teilnehmer des Symposiums „Migration – Bildung – Integration?“, veranstaltet vom Zentrum für Migranten und Interkulturelle Studien - ZIS e.V., in Kooperation mit der Universität Bremen und der Marmara Universität Istanbul. Eröffnet wurde die Veranstaltung im Haus der Wissenschaft von Herrn Dr. Schuster, Staatsrat bei der Senatorin für Soziales, der Rektorin der Marmara Universität Istanbul, Frau Prof. Dr. Necla Pur, dem Konrektor der Universität Bremen, Herrn Prof. Dr. Drechsler sowie vom dem Vorsitzenden des Zentrums für Migranten und Interkulturelle Studien, Herrn Ali Elis. Herr Elis prangerte in seiner Eröffnungsrede die strukturelle Bildungsbenachteiligung vieler Migrantenkinder in Deutschland an. Diese zeige sich vor allem darin, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund an deutschen Hauptschulen, Sonderschulen und Schulen für Lernbehinderte überrepräsentiert und an Gymnasien unterrepräsentiert seien. Dabei wird deutlich, dass es sich schon lange nicht mehr um ein Minderheitenproblem handelt, wenn man bedenkt, dass 27 % der 15jährigen und 51 % der Unter-Sechs-Jährigen in Deutschland einen Migrationshintergrund haben. Das bedeutet in der Konsequenz, dass von diesen Kindern und Schülern, wenn sie später erwachsen sind, die Zukunftsgestaltung Deutschlands entscheidend mitgestaltet wird. Der Staatsrat, Herr Dr. Schuster schloss sich der Überzeugung an, dass diese Kinder ein Potential für die Zukunft des Landes bilden. Frau Dr. Pur, die als Rektorin der zweitgrößten Universität in Istanbul für 60 000 Studierende verantwortlich ist, vertrat die Meinung, dass die Türkei, die Aufgabe die Muttersprache Türkisch in Deutschland zu vermitteln, stärker wahrnehmen sollte. Die Bedeutung des Erlernens der Muttersprache als eine wichtige Voraussetzung für den Lernerfolg in anderen Fächern wurde auch in dem Vortrag von Frau Prof. Dr. Feruzan Akdogan, von der Abteilung für Deutsche Sprache und Didaktik dargestellt. Die Aussagen der Eröffnungsreden wurden durch statistische Daten von Frau Prof. Dr. Yasemin Karakasoglu, Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Bremen untermauert. Durch die Vorträge von Herrn Schmaeck, Direktor der Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule und Frau Busch, Direktorin der Schule am Pastorenweg wurden Theorie und Praxis zusammengeführt. Der Alltag an diesen beiden Gröpelinger Schulen wurde beispielhaft realistisch dargestellt, so dass sehr deutlich wurde, dass Schulen mit ihren Problemen vor Ort nicht alleingelassen werden dürfen. In der nationalen Integrationskonzeption wird die Halbierung der Abgänger ohne Schulabschluss als Ziel festgelegt, wie Herr Heintze, Integrationsbeauftragter des Landes Bremen ausführte. Eine mögliche Form der Umsetzung stellte Frau Dr. Regina Trüb vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg durch Elternintegrationskurse dar. Die Bedeutung der Elternbildungsarbeit wird vom Zentrum für Migranten und Interkulturelle Studien durch Projektarbeit aufgegriffen. Zurzeit wird ein Projekt für Kinder mit Migrationshintergrund durchgeführt, das von „Aktion Mensch“ gefördert wird. Die Veranstalter des Symposiums werden ihre Zusammenarbeit vertiefen und im nächsten Jahr fortsetzen. Eine Dokumentation des Symposiums wird erstellt und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Delegation der Maramara Universität Istanbul besuchten die ZIS Zentrale Bremen-Gröpelingen



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