Zur Bedeutung der türkisch-deutschen Beziehungen
im Zusammenhang mit den Verhandlungen um den Beitritt der Türkei zur Europäischen Union

von Ali Eliş

Der Wunsch der Türkei als Mitglied in die Europäische Union aufgenommen zu werden, währt nun schon vierzig Jahre. Dieses Beitrittsgesuch hat über den gesamten Zeitraum hinweg so umfangreiche Kontroversen und Polarisierungen ausgelöst wie bei keinem anderen Land welches einen Aufnahmeantrag gestellt hat. Auch wenn seit Oktober 2005 die auf eine Dauer von 10 bis 15 Jahren angelegten Beitrittsverhandlungen nun endlich begonnen haben, sind die kontrovers geführten Diskussionen darüber, zu welchen Bedingungen, zu welchem Zeitpunkt und ob die Türkei überhaupt als Vollmitglied in die EU aufgenommen werden soll, noch lange nicht beendet. Als in Europa lebender Türke werde ich im Folgenden einen Blick auf diese Thematik werfen, sowie die Bedeutung der deutsch-türkischen Beziehungen für den Annäherungsprozess der Türkei an die EU betrachten. In meinem Beitrag möchte ich analysieren, welche Rolle die in Deutschland und anderen europäischen Ländern lebenden Türken beim Prozeß der Erweiterung der EU um die Türkei spielen können.

Dass die deutsch- türkischen Beziehungen in vielerlei Hinsicht lebendig und interaktiv sind, lässt sich an den verschiedensten Punkten verdeutlichen:

Kulturelle und soziale Zusammenarbeit:
Um ein erstes Beispiel einer konstruktiven Zusammenarbeit zu nennen, möchte ich auf die regelmäßigen Kongresse des Instituts für Türkisch-deutsche Zusammenarbeit ( TDI ) eingehen, welches unter meiner Mitwirkung 1998 ins Leben gerufen wurde. Die erste Konferenz des TDI wurde 1998 in Izmir, der Partnerstadt Bremens, mit insgesamt 500 Kongressteilnehmern durchgeführt. Thema waren die Kinderrechte der Kinder in Izmir, sowie ein Kinderhilfsprojekt für Straßenkinder und ...



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